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Transplantation und Übergewicht

Transplantation

Weltweit nimmt in den letzten Jahrzehnten die Anzahl an Menschen, die mit Übergewicht leben stetig zu. Neben den potentiell negativen gesundheitlichen Effekten für das Individuum kann ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) das Risiko rund um eine Nieren- und Lebertransplantation erhöhen. Dazu zählen unter anderem höhere Risiken für Wundheilungsstörungen, Infektionen und kardiovaskuläre Komplikationen. Auch die Funktion des transplantierten Organs kann dadurch beeinflusst werden. 

Wichtig ist jedoch: Übergewicht – definiert durch einen erhöhten BMI (>30kg/m2) - stellt per se keine grundsätzliche Kontraindikation für eine Nieren- oder Lebertransplantation dar. Viele Patientinnen, die mit Übergewicht leben, können durch die langjährige Erfahrung an der Abteilung für Transplantation in Kombination mit modernen operativen Verfahren wie dem Operationsroboter erfolgreich transplantiert werden.

Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine Gewichtsreduktion vor einer Leber- oder Nierentransplantation das perioperative Risiko senken und die langfristigen Ergebnisse verbessern kann. Hierfür stehen heute effektive und individuell anpassbare Therapieoptionen zur Verfügung, die häufig kombiniert eingesetzt werden.

Neben strukturierten Ernährungs- und Bewegungsprogrammen gibt es mittlerweile effektive medikamentöse Behandlungen, insbesondere mit GLP-1-Rezeptoragonisten oder andere Kombinationspräparate, die das Sättigungsgefühl steigern und bei der Gewichtsreduktion unterstützen. 

Darüber hinaus kann eine metabolisch-bariatrische Operation (Magenverkleinerung, Magenbypass) sinnvoll sein, um eine nachhaltige und zeitnahe Gewichtsreduktion zu erreichen. Durch die enge Zusammenarbeit der Abteilung für Transplantation mit der Abteilung für Viszeralchirurgie (https://allgemeinchirurgie.meduniwien.ac.at/unsere-abteilungen/abteilung-fuer-viszeralchirurgie/metabolische-und-bariatrische-chirurgie/) and der Medizinischen Universität Wien kann hier auf die Expertise beider Fachbereiche zurückgegriffen, die Patientensicherheit erhöht und das Ergebnis nach Transplantation optimiert werden. 

Julia Jedamzik | © MedUni Wien/feelimage

Priv.Doz.Dr. Julia JEDAMZIK