Zelltherapien, die das Immunsystem regulieren, sind die neuesten Behandlungsformen in der Transplantationsmedizin. Spezielle Zellen (sogenannte regulatorische T Zellen) werden Patient:innen zuerst aus dem Blut entnommen, in hochreinen Laborräumen vermehrt und danach als Kurzinfusion (analog zu einer Bluttransfusion) verabreicht. Rezente Forschungen lassen hoffen, dass durch derartige Zelltherapien transplantierte Organe besser vor Angriffen durch das Immunsystem (Abstoßungen) geschützt werden können und Patient:innen dadurch weniger oder sogar gar keine immunsuppressiven Medikamente mehr benötigen. Im Labor unserer Abteilung forschen wir seit langem an der Entwicklung von derartigen Zelltherapien und konnten vor kurzem diese neuartige Therapie erstmals in einer klinischen Studie untersuchen. Dabei haben wir Patienten, die eine Lebendspende Nierentransplantation am AKH Wien erhielten, mit regulatorischen T Zellen behandelt und ihnen zusätzlich Knochenmarkzellen des Nierenspenders verabreicht (siehe schematische Abbildung). Die zusätzliche Gabe von Knochenmarkzellen des Spenders hilft dem Immunsystem, die transplantierte Niere nicht mehr als „fremd“ anzusehen, sondern sie wie körpereigenes Gewebe anzunehmen. Die noch laufende Studie zeigt erste vielversprechende Ergebnisse, die in Folgestudien weiter untersucht werden sollen.
Auch wenn Zelltherapien derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien angewendet werden können, soll die fortschreitende Entwicklung dazu führen, dass sie in Zukunft routinemäßig vielen Transplantpatienten angeboten werden können. Langfristiges Ziel ist es, dadurch die Überlebensdauer transplantierter Organe, sowie die Lebensqualität der Empfänger:innen zu verbessern.
Univ.Prof.Dr. Thomas WEKERLE
Professor für Transplantationsimmunologiethomas.wekerle@medunwien.ac.at
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