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Lebertransplantation

Transplantation

Die Lebertransplantation ist ein etabliertes Verfahren der Transplantationschirurgie zur Behandlung des terminalen Leberversagens (z. B. alkoholtoxisch, viral, NASH, Gallenwegserkrankungen,…) sowie ausgewählter onkologischer und metabolischer Erkrankungen (z. B. Kupfer und Eisenspeichererkrankungen,…). Hauptindikationen umfassen die dekompensierte Leberzirrhose unterschiedlicher Genese, das akute Leberversagen sowie das hepatozelluläre Karzinom innerhalb definierter Kriterien (z. B. Milan-Kriterien). Die Allokation der Organe erfolgt nach dem MELD-Score, der die kurzfristige Mortalität auf Basis laborchemischer Parameter wie Bilirubin, INR und Kreatinin objektiviert.

Operativ wird die erkrankte Leber im Rahmen der Orthotopen Lebertransplantation entfernt und durch das Spenderorgan ersetzt. Zentrale Schritte sind die Hepatektomie, die Anastomosierung der Vena cava inferior (klassisch oder Piggyback-Technik), der Pfortader sowie der Arteria hepatica und schließlich Rekonstruktion der Gallengänge (Spendergallengang zu Empfängergallengang oder als Gallengang-Dünndarmanastomose.

Postoperativ ist ein engmaschiges Monitoring erforderlich, insbesondere hinsichtlich primärer Nichtfunktion, Gefäß-Komplikationen (z. B. Thrombosen) und Gallengangsleckagen. Die lebenslange immunsuppressive Therapie basiert häufig auf Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus, kombiniert mit Kortikosteroiden und gegebenfalls Antimetaboliten.

Langfristig stehen Infektionen, chronische Abstoßungsreaktionen sowie metabolische Nebenwirkungen im Fokus der Nachsorge. Die Prognose hat sich durch Fortschritte in den chirurgischen Techniken, bei Immunsuppression und in der Intensivmedizin deutlich verbessert, mit 1-Jahres-Überlebensraten von über 85 %.

Gerd Silberhumer | © MedUni Wien/feelimage

Assoc.Prof. Priv.Doz. Dr. Gerd SILBERHUMER, MBA

Colorektale Chirurgie

gerd.silberhumer@meduniwien.ac.at